Die sanfte Rute gibt es nicht!

Vor geraumer Zeit, am 06.09.2014, veröffentlichte Agrippino auf seinem Blog einen Artikel mit dem Titel Sanfte Rute, jetzt erhältlich. Das Werk war ihm hinterher derart peinlich, dass er es schnell wieder gelöscht hat. Doch ich habe noch einen Screenshot im Archiv:

Agrippino Rovetto - Sanfte Rute, jetzt erhältlich

Und neben der Präsentation eines Screenshots möchte ich es auch nicht versäumen, den Artikel Agrippinos inhaltlich zu kommentieren. Denn er ist verräterisch!

Endlich kann man sie haben, die Rute für die religöse oder traditionelle Erziehung. Die Rute hat einen Federmechanismus der egal wie stark man sie Anwendet keine Verletzungen oder Schmerzen zufügen kann, also auch keine Misshandlung.

Okay, Agrippino, selbst du siehst also ein, dass es Misshandlung ist, wenn Kindern Schmerzen zuzufügt werden. Trotzdem verteidigst du die 12 Stämme, wenngleich diese doch sogar selbst ganz offen damit prahlen, dass sie ihren Kindern Schmerzen zuzufügen!

Das glaubst du nicht? Ich zitiere Carsten „Schaubestürztindiekamera“ Hennigfeld zum Thema Kinder-mit-der-Rute-bearbeiten:

Das tut kurz weh und dann ist die Sache aus der Welt! [Aus einem Interview mit dem BR.]

Da hat ein Mitglied der 12 Stämme einmal öffentlich die Wahrheit gesagt, und zugegeben, dass die Schläge ihren Kindern wehtun, also Schmerzen verursachen – und zwar verursacht durch die Rute! Ob es nur „kurz“ wehtut, sei bezweifelt – doch allein schon das Eingeständnis, dass es weh tut, hat Folgen! Denn Personen wie Agrippino Rovetto versuchen sich für gewöhnlich im Namen der 12 Stämme herauszureden, indem sie sagen „Zucht“ wäre kein „Schlagen“.

Deshalb jetzt die Fakten dergestalt formuliert, dass auch Agrippino sie versteht: Wer ein Schlaginstrument wie zum Beispiel eine Rute benutzt, dem ist der schmerzvolle Effekt, welcher sich allein mit der Hand erzielen ließe, noch nicht schmerzvoll genug. Wer ein Ende der Rute mit dem Handgelenk ruckartig um auf den Hintern seines Opfers zudreht, der bewegt auch das andere Ende der Rute ruckartig auf jenen Hintern zu – wobei besagtes anderes Ende jedoch eine höhere Geschwindigkeit erreicht, als das in der Hand liegende Ende der Rute, da es eine längere Strecke zurücklegen muss (Hand = Kreismittelpunkt, Spitze der Rute = Kreis selbst). Folglich wird das dem Zögling zugewandte Ende der Rute beim Auftreffen auf dessen Hinterteil auch viel stärker verzögert/abgebremst/negativ beschleunigt, als das Ende, welches in der Hand des Erziehers ruht. Und je abrupter die Verzögerung, umso größer die Schmerzen! (Es ist ja auch so, dass bei einem Auffahrunfall mit dem Auto die Motorhaube umso stärker eingedrückt wird, je schneller das auffahrende Fahrzeug auf den anderen Pkw aufprallt. Wobei die Dellen am Auto dann analog zu den Striemen am Kind sind.) Mit der Rute lassen sich folglich sehr leicht große Mengen an Schmerzen beim Zögling erreichen, ohne dass der Züchtiger selbst Schmerzen empfindet. Wer dagegen mit der Hand schlüge, erlitte die gleichen Schmerzen, wie die Person, die geschlagen wird; da die geöffnete Handfläche genau das gleiche Maß an Verzögerung erlebt, wie der betroffene Hintern. Das nennt der Physiker „Impulserhaltung“ – und dass der Impuls bei der Verwendung einer Rute für den Schläger vernachlässigbar ist, hat was mit dem „Hebelgesetz“ zu tun.

Agrippino könnte jetzt einwerfen, was er auf seinem Blog schon mal behauptet hat: dass das mit der „Rute“ lediglich symbolisch gemeint wäre. Und dass es ja auch kein Schlagen wäre, wenn einem Pferd die Sporen gegeben werden (dabei tut auch das dem Pferd weh.) Doch die 12 Stämme scheinen die biblische Anweisung mit der Rute nicht symbolisch zu meinen, was auf den Videobeweisen Wolfram Kuhnigks sehr gut zu erkennen ist.

Zu den restlichen Inhalten von Agrippinos Artikel führe ich nichts weiter aus, denn die „Stimmen von Eltern“ sowie die „Stimmen von Kindern“ sind ganz klar ein Fake. Das ist genau das Gleiche, wie wenn Unternehmen eine gefaktes FAQ erstellen, wenngleich sie zu ihren Produkten noch nie eine einzige Frage gestellt bekommen haben.

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